ASBH Bereich Hamburg e.V.

Gemeinsamkeit macht Mut



Skireise für ASBH-Familien 2004

Vom 13.3. bis zum 20.3.04 fand in Unterjoch, im Allgäu, die diesjährige Skifreizeit für Kinder mit Spina bifida und ihre Familien statt. Es nahmen 10 behinderte Kinder und Jugendliche (3 – 22 Jahre), 6 Geschwisterkinder oder Freunde und 18 Erwachsene teil. Das Skiteam bestand aus zwei Männern und einer Frau.

Am Samstagnachmittag trafen alle Teilnehmer nach einer langen Anreise per Bahn oder Auto aus Hamburg in unserer Unterkunft ein. Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Monoski und Bi-Ski aus dem Transporter geholt und für jedes Kind angepasst, was, unterbrochen durch eine Abendbrotpause, bis in den späten Abend dauerte. Die Aufregung stieg. Wie wird es morgen sein? Kann ich noch Ski fahren? Ich bin noch nie Ski gefahren!

Am nächsten Morgen 9.00 Uhr wurde es Ernst. Nun ging es auf die Piste und vom Rollstuhl in den Monoski oder Bi-Ski. Erste Einweisungen von den Skilehrern, in den Schnee fallen, Aufwärmen, einige Übungen um das Gerät kennen zu lernen. Und dann!? Zum Lift, was für die meisten Teilnehmer sehr aufregend war. Mit Unterstützung der Eltern schafften die Kinder es sehr gut, die ersten Fahrten gemeinsam oder auch alleine zu meistern. Kinder und Jugendliche, die schon einmal dabei waren, konnten schnell wieder an ihrem Können vom letzten Jahr anknüpfen. Aber auch die neuen Teilnehmer machten schnell Fortschritte.

Nun ging es für alle darum, durch Anleitung und Üben das eigene Fahrkönnen zu verbessern. An sich arbeiten, Erfolgserlebnisse haben, Geschwindigkeit erleben, gemeinsam mit anderen den Hang hinunter fahren, in den Schnee fallen, sauer sein, weil es nicht so klappt, sich wehtun, wieder aufstehen und weiterfahren, Angst haben und sie überwinden – dies sind die vielfältigen Erfahrungen und Gefühle, die die Kinder jeden Tag erlebten. Unterstützt von guten Schneeverhältnissen und viel Sonnenschein waren die sportlichen Erfolge hervorragend und die Stimmung auf der Piste sehr gut. Auch unsere jüngste Teilnehmerin (3 Jahre) überwand ihre anfängliche Scheu und fuhr in einem Bi-Ski die Piste hinunter.

Einige der erwachsenen Familienmitglieder nahmen selbst an einem Skikurs teil, so dass am Ende der Woche die behinderten Kinder mit ihren Eltern die Piste herunterfahren konnten.

Kinder, Eltern und das Skiteam hatten in der wunderbaren verschneiten Bergwelt eine sehr schöne Zeit. Am letzten Abend bei der Siegerehrung war der Erfolg der vergangenen Woche zu sehen – ob klein oder groß, die Freude und der Stolz drückte sich in den Gesichtern aus. Wir hoffen, dass es auch in den Folgejahren gelingen wird, den behinderten Kindern diese Erfahrung des Skifahrens zu ermöglichen.

Bettina Reus