ASBH Bereich Hamburg e.V.

Gemeinsamkeit macht Mut




Meine Wandlung in der ASBH

Der erste Hausbesuch durch die Mitarbeiterin bleibt mir unvergessen. Die vorangegangenen Wochen im Krankenhaus hatten zwar an meinem Nervengerüst gerüttelt, doch ich fühlte mich trotz des intuitiv gedrosselten Redeflusses der Ärzte mit einem soliden Grundwissen versorgt und hatte ein süßes, munteres Baby auf dem Arm. Ich erinnere mich an mein Staunen darüber, wie jemand so unbeschwert und ohne zu stocken über Spina Bifida und Hydrocephalus berichten konnte! Den Puffer, den ich zwischen mich und die Wirklichkeit platziert hatte, hat sie behutsam aber mit Bestimmtheit entfernt. Das erlaubte mir eine neue, klare Sicht, die Interesse und Tatendrang zuließ.

Ohne Beweise anführen zu können halte ich es für ausgeschlossen, dass ich ohne die ASBH so viele großartige Menschen kennengelernt, so viel Unbekanntes ausprobiert und mich selbst so intensiv auf die Probe gestellt und erlebt hätte! Unsere Familie und meine Tochter nahmen an zahllosen Freizeiten, Reisen, Vorträgen, Workshops und Feiern teil. Ich habe wieder und wieder die Beratung in Anspruch genommen und bin bis heute erstaunt, dass ich offenbar immer noch nicht alles weiß - ein Zustand, an den ich mich besser gewöhne. Dennoch werden die Abstände größer, immer seltener bin ich ratlos und brauche die Unterstützung.

Dafür kann ich inzwischen Hilfe zurückgeben in diesen aktiven, rund laufenden Vereins! Ich erörtere mit, mische mich gemeinsam mit unseren anderen Aktiven in öffentliche Debatten ein, bemühe mich mit, Barrieren ab und Zuversicht aufzubauen, freue mich über Vernetzung und jede Freizeit, die unsere Spender ermöglichen.

Ich bin der ASBH dankbar dafür, dass ich immer Menschen kompetent und solidarisch hinter mir stehen hatte. Und dass sie immer noch neue Freunde für meine Tochter und mich bereithält.

K.R.
September 2009