ASBH Bereich Hamburg e.V.

Gemeinsamkeit macht Mut



Bericht von der Oldie-Gruppe

Damals ……

die Vorfreude auf das zu erwartende Kind wurde bei der Geburt von der schmerzhaften Erkenntnis einer Behinderung abgelöst. Hinzu kam, dass über Umfang und Konsequenzen dieser Behinderung keinerlei Wissen vorhanden war. So mussten wir diesen Kampf aufnehmen.

1973 wurde von einer kleinen Müttergruppe ein Gesprächskreis gegründet. Bei regelmäßigen Treffen dieser Keimzelle (ca. 10 Mütter) entwickelten sich nach und nach verschiedene nach ihren Bedürfnissen ausgerichtete Interessengruppen.

Im Lauf der Jahre wurde zunehmend deutlich, dass diese Arbeit und Weiterentwicklung ehrenamtlich nicht mehr zu machen war. Wir waren damit überfordert. So wurde die Idee geboren einen Verein zu gründen, um mit hauptamtlicher und professioneller fachlicher Unterstützung die Aufgaben zu bewältigen.

1984 kam es dann zur Gründung der 'ASBH Bereich Hamburg e.V.' Ein eingetragener Verein konnte die Möglichkeiten staatlicher und privater Förderung (Spenden) besser nutzen. Für die fachliche Leitung konnte die Psychologin Antje Blume-Werry gewonnen werden.

Der unerbittliche Glaube an unsere Ziele und immer wieder auch das Glück ließen uns kämpfen. Unsere Kinder sollten bestmögliche Betreuung und Förderung bekommen. Kompetente fachärztliche Betreuung, Kindergarten/Schulbesuch, Arbeitsplätze und Wohnmöglichkeiten in einer möglichst rollstuhlgerechten Umwelt standen ganz oben auf unserer Liste.

Wir hatten genug zu tun und waren glücklich, wenn kleinste Erfolge sichtbar waren. Unsere Kinder wurden von unserem Eifer angesteckt und übernahmen unseren Kampfgeist.

Heute 2009 ……

sind wir eine gut funktionierende große Gemeinschaft immer noch mit Antje Blume -Werry an unserer Spitze. Ohne Antje's Kompetenz und Kampfkraft wären wir nicht so weit gekommen. Unsere 'Superdamen' im Büro, die so liebevoll und professionell arbeiten und unseren Vorstand, der Kraft und Zeit für unsere gemeinsame Sache einbringt sagen wir unseren ganz großen Dank.

So und nun etwas, was vielleicht nicht jedem bewusst ist:
Ohne unseren damaligen Schirmherrn Hans - Ulrich Klose und seine Mitarbeiterinnen (Sekretariat) in Hamburg und Berlin hätten wir diese Ziele nicht erreicht. Er knüpfte wichtige Verbindungen zu Behörden und hat uns auch aus persönlichen Mitteln finanziell unterstützt. Darüber hinaus hat seine politische und menschliche Akzeptanz in der Wirtschaft erhebliche Spenden für uns möglich gemacht. Dass wir auch den Menschen Klose bei Wein und Essen in ausgelassener Stimmung kennen lernen konnten, hat uns sehr bereichert.

Bei aller anstrengenden Zeit haben wir ebenso unsere Macken und Verrücktheiten gepflegt wie Schwächen veralbert. Es gab also nicht nur die Problematik um das behinderte Kind, sondern jede Zeit war auch geprägt von fröhlichen und erfolgreichen Anteilen. Wir sind dankbar, dass wir diese Zeit so erleben durften.

Die "Oldie-Gruppe" von 1973 gibt es immer noch. Sie geht regelmäßig auf Fahrradtour und genießt das Glas Wein beim Picknick auf der Wiese. Drei unserer Kinder aus diesem Kreis haben uns durch ihren Tod verlassen müssen. Aber das Bewusstsein um die Behinderung und die Sicherheit alles (für das eigene Kind) getan zu haben, ist hier hilfreich. Wir stützen uns gegenseitig und halten nach wie vor zusammen.

I.W.
September 2009