ASBH Bereich Hamburg e.V.

Gemeinsamkeit macht Mut



ASBH aus der Sicht einer Schwester

Aus der Sicht eines „Geschwisterkindes“ habe ich versucht die ASBH in ein paar passenden Worten zu beschreiben. Das ist mir nicht gelungen. Ich glaube die Erlebnisse, die ich habe, sind einfach zu zahlreich und vielfältig. Familienfreizeiten, Jugendwochenenden, Sommerfreizeiten... Solange ich denken kann, ist die ASBH ein Begriff in meinem Leben.

Die erste richtige Erinnerung ist wohl die an eine Sommerfreizeit auf dem Regenbogenhof. Ich war fünf Jahre alt und durfte meine ältere Schwester mit ihrer Gruppe begleiten. Ich weiß, dass ich mich schon damals sehr wohl gefühlt habe. Nicht umsonst wird die ASBH immer wieder als eine Art „Familie“ bezeichnet.

Meine Mutter, meine Schwester und ich haben darüber gesprochen, was uns dieser Verein bedeutet. Schlagworte wie „Freundschaft“, „Aktivität“, „vieles möglich machen“ und „Unterstützung“ sind dabei gefallen.

Meine Schwester ist noch heute mit der Erwachsenengruppe auf Tour und genießt diese Gelegenheiten in vollem Maße. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern und Betreuern kann sie eine Menge erleben, hat Spaß und ein Gefühl der Verbundenheit. Ein Auslandsurlaub auf Mallorca war für sie ein absolutes Highlight. Wie sonst hätte sie eine solche Reise mitmachen können?

Die Freunde, die sie durch die ASBH gewonnen hat, sind wohl mit die wichtigsten Menschen in ihrem Leben und ich weiß sicher, dass sie diese niemals missen möchte.

Auch Freiheit und Selbstständigkeit sind für sie nennenswerte Merkmale. Unternehmungen außerhalb der Freizeiten sind wichtig für sie. Nicht oft ist es so „einfach“ raus zu kommen. Ob mit der Mittwochsgruppe oder einem Zivi, die ASBH ist eigentlich allgegenwärtig.

Für meine Mutter war die ASBH wohl immer ein Austausch. Mit anderen Eltern reden, Hilfe nehmen und geben, unterstützen und entlastet werden, Beratung aber auch Weitergabe ihrer eigenen Erfahrungen. Wie vielen anderen Eltern wurde ihr in dem Verein immer beigestanden. Es haben sich Freundschaften entwickelt, es wurde ein Raum geschaffen um über Probleme, Ängste, Pläne zu sprechen, die mit Eltern von nicht behinderten Kindern, vielleicht nicht so einfach in Worte zu fassen waren.

Die Familienfreizeiten früher waren für uns alle immer ein toller Urlaub und ich glaube, die Jugend und Erwachsenenfreizeiten ohne Eltern waren für sie genauso Entspannung und Spaß wie für uns.

Ich selber wurde durch meine Schwester, aber auch durch andere Mitglieder der ASBH sehr geprägt. Ich kann nicht sagen, dass ich offener und toleranter bin als andere Frauen in meinem Alter, aber ich kann mit Sicherheit behaupten, dass mein Weltbild durch viele Erfahrungen auf Freizeiten, durch Kommunikation und Aktivitäten mit den anderen Mitgliedern, die ich kennen gelernt habe, größer und offener geworden ist. Ich habe früh gelernt, Menschen mit Handicaps jeglicher Art zu akzeptieren und zu schätzen und versuche immer, meine eigenen Vorurteile über Bord zu werfen, bevor ich an etwas Neues heran gehe. Die ganzheitliche Sichtweise, die mir durch meine F amilie und die ASBH- Familie nahe gebracht wurde, begleitet mich jeden Tag.

Ich wünsche der ASBH ganz viele weitere tolle Jahre und allen Mitgliedern viel Freude!
C.S.
September 2009