ASBH Bereich Hamburg e.V.

Gemeinsamkeit macht Mut



Freizeiten





Wozu Freizeiten ?

„Warum eigentlich macht ihr euch so viel Mühe und macht diese Freizeiten?“, wurde ich gefragt.

Warum machen Eltern, Betreuer und wir Mitarbeiterinnen uns so viel Mühe?

Und es ist viel Mühe:

Wir suchen nach geeigneten Unterkünften (rollstuhlgerecht sollen sie sein, mehrere rollstuhlgerechte Badezimmer haben, nettes Personal, Anbindung an einen Ort und so teuer darf es auch nicht sein), wir suchen nach einem guten Betreuungsteam (jung und schwungvoll, aber auch erfahren und verantwortungsbewusst), wir errechnen Kosten und Tagespflegesätze, wir mieten Kleinbusse, wir kümmern uns nach der Reise um den Ärger mit den Versicherungsschäden, um die liegengebliebenen Sachen und um mögliche Konflikte mit Eltern oder im Betreuerteam.

Die Antwort ist eindeutig und schnell zu geben: Wir sind schlichtweg davon überzeugt, dass Freizeiten für Kinder, Eltern und Betreuer wichtig sind.




Was sind Freizeiten?

Freizeiten sind Reisen, bei denen nicht die Erkundung einer Landschaft oder eines Kulturgutes im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen, die zusammen verreisen. Wir organisieren Freizeiten für Wochenenden, vierzehntägige Freizeiten in den Sommerferien und derzeit auch eine Familienfreizeit in den Schnee. Die Teilnehmer unserer Freizeiten sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit der Behinderung Spina bifida und/oder Hydrocephalus. Nur bei der Familienfreizeit sind die Eltern dabei, bei allen anderen Freizeiten verreisen die Kinder mit ihren Betreuern.


Die Ziele

Ein wichtiges Ziel ist die Entlastung der Eltern. Eltern, die ein Kind mit Spina bifida und Hydrocephalus haben, sind in vielfacher Hinsicht extrem belastet. Neben den psychischen Belastungen sind es zeitliche Belastungen durch eine Vielzahl an Untersuchungen, Operationen, Krankenhausaufenthalten und Therapien, vor allem aber das täglich mehrfache Katheterisieren der Blase. Eltern genießen es, für ein Wochenende oder gar für vierzehn Tage einmal nicht an katheterisieren und Medikamentengabe denken zu müssen und in der eigenen freien Zeit nicht auf einen Rollstuhl Rücksicht nehmen zu müssen. Therapien und Pflege bestimmen zu oft den Familienalltag, und die große Abhängigkeit des Kindes von seinen Eltern kann zu Konflikten führen, wenn die Kinder eigentlich eigene Wege gehen wollen. Entlastung und Unabhängigkeit voneinander sind für Eltern und Kinder aber nur schwer zu finden.>

Neben der Entlastung für die Eltern geht es uns also auch um Entwicklung der Kinder. Für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit der Behinderung sind die Freizeiten wichtiger als ihre Eltern und vielleicht auch Betreuer oft vermuten, denn die Kinder erleben eine ungeheure Wertschätzung ihrer Selbst. Auf einer Freizeit gibt es keinen Anpassungsdruck, man braucht sich nicht anzustrengen unauffällig zu sein. Dies gilt in hohem Maße für Kinder, die eine Regelschule besuchen.

Kinder, die oft im Fokus von Therapien und Therapeuten stehen und viele von außen an sie herangetragene Erwartungen erfüllen müssen, sollten Urlaub von diesem Erwartungsdruck machen dürfen. Auf unseren Freizeiten  verfolgen wir explizit keine therapeutischen Ziele. Auf einer Freizeit besteht keinerlei Druck etwas lernen zu müssen oder einen therapeutischen Fortschritt zu erreichen. Sicherlich findet soziales Lernen statt, es ist eine Gruppenfahrt mit allen Anforderungen und Auseinandersetzungen, die sich in einer Gruppe ergeben. So hilft das Leben in einer Gruppe, zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu gelangen, und das Leben in der Gruppe motiviert die Kinder, selbstständiger zu werden. Für viele Kinder bedeutet "auf Freizeit zu sein" zu erleben, dass sie auch ohne die Hilfe ihrer Eltern klar kommen können. Und manches Kind vollzieht einen Entwicklungsschub und viele Kinder verändern sich:

Sie kommen gestärkt und selbstbewusst, sie kommen entspannt und fröhlich aus dem Wochenende oder von der Sommerreise zurück. In dieser Gruppe ist die Behinderung kein Problem, man fällt nicht auf wegen der Behinderung, jeder wird angenommen wie er ist und jeder wird akzeptiert.

Deshalb organisieren wir gerne Freizeiten!

Antje Blume – Werry





Zur Begleitung und Betreuung unserer Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auf den Wochenend- und Sommerfreizeiten suchen wir qualifizierte Betreuer, näheres siehe


Unsere Freizeiten werden gefördert von: